In der Bibliothek geht es derzeit nicht nur um Ausleihe, Rückgabefristen und die Frage, ob das gewünschte Buch noch im Regal steht. Es geht auch um eine schöne Idee für Velten: Die Stadt soll ein eigenes Wimmelbuch bekommen.
Wer mit dem Begriff nichts anfangen kann, merkt es meist sofort, sobald er so ein Buch in der Hand hält. Es sind große, detailreiche Bilderwelten, auf denen überall etwas zu entdecken ist. Keine langen Texte, keine Erklärungen, sondern Szenen, Figuren, kleine Begebenheiten und bekannte Orte, die sich erst nach und nach erschließen. Gerade für Kinder ist das oft viel spannender als manches glatt erzählte Bilderbuch, weil sie selbst suchen, zeigen und erzählen können.
Das Besondere an dem geplanten Veltener Wimmelbuch ist, dass Kinder mitbestimmen dürfen, was darin vorkommt. Welche Orte gehören hinein? Was ist typisch für Velten? Welche Ecken erkennen Kinder sofort wieder, weil sie dort oft unterwegs sind oder etwas damit verbinden? Genau solche Vorschläge sind gefragt.
Und damit ist es eigentlich auch eine schöne Sache für Großeltern. Denn viele kennen diese Momente ja: Man ist mit dem Enkel unterwegs, bleibt irgendwo stehen, und plötzlich merkt man, dass ein ganz gewöhnlicher Ort für ein Kind viel wichtiger ist, als man selbst gedacht hätte. Die Bank auf dem Marktplatz. Der Weg zur Bibliothek. Ein Spielplatz. Das Eiscafé. Eine Ecke, an der es Tauben gibt, Brunnenwasser oder einfach etwas zu schauen.
Bis zum 30. April 2025 können Vorschläge eingereicht werden – online über die Stadt oder direkt in der Bibliothek. Wer mitmacht, hat außerdem die Chance, eines von 20 druckfrischen Wimmelbüchern zu gewinnen.
Am schönsten ist an dieser Idee eigentlich, dass sie nicht nur etwas für Kinder ist. Sie zeigt auch, wie ein Ort aus vielen kleinen Blickwinkeln zusammengesetzt ist. Was für Erwachsene oft nur Alltag ist, wird für Kinder schnell zu einer richtigen Entdeckung. Und manchmal sieht man die eigene Stadt durch diese Vorschläge noch einmal mit anderen Augen.
Die Bibliothek ist dafür genau der richtige Platz. Nicht nur, weil Bücher dorthin gehören, sondern weil solche Ideen dort gut aufgehoben sind: ruhig, offen und mit genug Raum für Fantasie.
Wer also Kinder oder Enkel hat, sollte ruhig einmal nachfragen: Was gehört für dich unbedingt in ein Veltener Wimmelbuch? Die Antworten fallen wahrscheinlich besser aus, als man zuerst denkt.
Und vielleicht ist am Ende gerade der Ort im Buch, an dem man selbst sonst einfach vorbeigeht. So ist das ja oft mit Lieblingsplätzen. Sie sehen nicht nach viel aus, aber jemand verbindet etwas damit.