Vandalismus in Velten – wenn aus Gleichgültigkeit Schaden wird

Manchmal braucht es keine große Szene, um sich zu ärgern. Ein kurzer Blick reicht. So war es jetzt im Bewegungspark am Bürgerhaus.

Die Geräte stehen dort nicht zur Zierde. Sie sind dafür da, dass Menschen sich bewegen können, draußen, niedrigschwellig und ohne viel Aufwand. Gerade solche Orte sind wichtig, weil sie von ganz unterschiedlichen Menschen genutzt werden: Jüngeren, Älteren, Leuten, die gezielt etwas für ihre Gesundheit tun wollen, und denen, die einfach auf dem Weg kurz stehenbleiben. Umso ärgerlicher ist es, wenn genau das beschädigt wird, was allen offenstehen soll.

Beschmiert wurden nicht nur Flächen, die man vielleicht im Vorübergehen noch als Nebensache abtun könnte. Auch Geräte und Informationstafeln sind betroffen. Und damit ist der Punkt erreicht, an dem man nicht mehr von einer belanglosen Schmiererei sprechen kann. Es ist schlicht eine Form von Zerstörung, die nichts verbessert, nichts verschönert und auch nichts ausdrückt, außer Rücksichtslosigkeit.

Man hört in solchen Fällen schnell den Einwand, das sei eben Ausdruck, Frust oder irgendeine Form von jugendlicher Reibung mit der Welt. Mag sein, dass hinter vielem Unmut steckt. Aber nicht jeder Impuls verdient Verständnis, nur weil er spontan war. Wer öffentliche Orte beschädigt, nimmt billigend in Kauf, dass andere sich später mit dem Ärger, den Kosten und dem trostlosen Anblick herumschlagen müssen.

Gerade im Bewegungspark fällt das besonders auf. Dort geht es eigentlich um das Gegenteil von Verwahrlosung. Um Bewegung, um Gesundheit, um einen Ort, der im besten Fall ganz selbstverständlich genutzt wird und in den Alltag passt. Wenn so etwas beschmiert wird, trifft es eben nicht „die Stadt“ als abstrakte Größe, sondern einen Platz, den Menschen konkret gebrauchen können.

Vielleicht ist genau das das Ärgerlichste daran: dass sich manche offenbar daran gewöhnen, dass öffentliche Dinge früher oder später beschädigt werden. Als gehöre es einfach dazu. Aber dieser Gedanke ist gefährlich. Denn wo man sich an Beschädigung gewöhnt, wächst schnell auch die Gleichgültigkeit. Und die macht einen Ort auf Dauer unfreundlicher, als es ein paar Farbreste allein je könnten.

Dabei sieht man in Velten durchaus, dass sich Menschen kümmern. Es gibt immer wieder Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die sehr wohl wahrnehmen, wenn Wege gepflegt, Flächen sauber gehalten oder Dinge instand gesetzt werden. Diese Mühe ist nicht selbstverständlich. Umso frustrierender ist es, wenn andere sie mit wenigen Sprühstößen zunichtemachen.

Natürlich wird eine Stadt nie völlig frei von solchen Vorfällen sein. Aber man sollte sie deshalb nicht achselzuckend hinnehmen. Öffentliche Orte funktionieren nur, wenn ein Mindestmaß an Respekt vorhanden ist. Nicht aus Sentimentalität, sondern ganz praktisch. Was allen gehört, muss auch von allen wenigstens so behandelt werden, dass es benutzbar bleibt.

Der Bewegungspark am Bürgerhaus ist ein sinnvoller Ort. Gerade deshalb sollte man genauer hinsehen, wenn er beschädigt wird. Nicht, um sich künstlich aufzuregen, sondern weil es einen Unterschied macht, ob etwas gepflegt und nutzbar bleibt oder nach und nach verkommt.

Und am Ende ist es wie so oft: An einem Ort erkennt man nicht nur, was gebaut wurde. Sondern auch, wie damit umgegangen wird.