Viktoriastrasse - Ein Blog aus Velten

Aus Velten

Die alte Tonne hat noch Dienst

Auf der Breiten Straße steht sie einfach da. Schwer, aus Metall, so eine richtige alte Mülltonne von früher. Keine leichte Plastiktonne für die heutige Mülltrennung, sondern ein Behälter, in den kam, was im Haushalt anfiel.

Und das war damals etwas anderes als heute. In der Ofenstadt Velten gehörte Asche aus dem Ofen selbstverständlich dazu. Wenn mit Kohle geheizt wurde, blieb eben Asche übrig. Manchmal war sie noch warm, wenn der Deckel zuging. Viel Verpackungsmüll gab es nicht, jedenfalls nicht in den Mengen, die wir heute kennen.

Die Müllmänner hatten damit ihre Arbeit. Diese Tonnen wurden nicht elegant an den Straßenrand geschoben. Sie wurden gerollt, angekippt, ausgeleert. Das war Handarbeit, schwer und bei jedem Wetter zu machen.

Ganz ohne Sortieren ging es aber auch früher nicht. Papier und Glas wurden gesammelt, zur SERO gebracht. Man war vielleicht nicht so fein mit Farben, Tonnen und Deckeln organisiert wie heute, aber der Gedanke war da: Nicht alles, was übrig bleibt, ist gleich wertlos.

Und nun steht so eine alte Tonne wieder da. Unten Blumen, oben der Hinweis: Essensreste. Dahinter am Zaun: frische Eier. Da muss man nicht lange erklären. Was in der Küche übrig bleibt, geht vielleicht zu den Hühnern, und am Ende kommt etwas zurück.

So wird aus der alten Mülltonne ein kleiner Rückblick auf unseren Umgang mit Resten. Früher Asche, heute Essensreste. Früher SERO, heute Mülltrennung. Dazwischen viele Jahre Alltag.

Und diese Tonne? Die steht da, als hätte sie das alles schon gesehen. Ein bisschen verbeult vielleicht, aber noch im Dienst.

Lokale Perspektive

Mehr aus dem Leben vor Ort

Die Beiträge in der Viktoriastrasse schauen auf das, was Menschen in Velten begegnet, bewegt und verbindet. So entsteht Schritt für Schritt ein kleines lokales Magazin mit offenem Blick für den Alltag.

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