Manchmal reicht ein kurzer Blick, und man weiß sofort: So war das nicht gedacht.
In Velten Süd bietet sich an den Containern derzeit genau so ein Bild. Auf den ersten Blick sieht es noch nach dem üblichen Übermaß aus – Pappkartons am Altpapiercontainer, daneben ein paar abgestellte Säcke, wie man es leider öfter sieht. Wenn man aber genauer hinschaut, wird schnell klar, dass hier längst nicht mehr nur jemand zu viel Papier entsorgen wollte.
Zwischen den Kartons steht ein alter Drucker. Daneben liegen Kleidungsstücke, Malerzeug, einzelne Haushaltsreste, ein Eimer mit Farbresten und alles, was man eher nicht an einem Ort erwartet, der eigentlich für Altpapier und Altkleider gedacht ist. Es ist diese Mischung, die das Ganze besonders unerquicklich macht. Nicht nur unordentlich, sondern offensichtlich falsch entsorgt.

Das Ärgerliche daran ist ja nicht nur der Anblick. Solche Stellen werden schnell zu Orten, an denen sich immer mehr ansammelt, weil der erste Haufen schon einmal da ist. Dann kommt noch etwas dazu, dann noch etwas, und am Ende sieht es aus, als sei der Platz rund um die Container für alles zuständig, was man selbst gerade loswerden möchte. Genau so entstehen diese kleinen Mülllandschaften, die niemand braucht und an denen alle vorbeimüssen.
Besonders unerquicklich wird es bei den Altkleidern. Wenn die Container voll sind oder nichts mehr hineinpasst, werden Säcke und Kleidungsstücke oft einfach daneben abgestellt. Das mag im ersten Moment noch nach guter Absicht aussehen. In der Praxis bedeutet es aber meist: Regen, Schmutz, Wind, im Zweifel aufgerissene Beutel und am Ende doch nur Müll. Mit Spende hat das dann nicht mehr viel zu tun.
Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt, der gern übersehen wird: Solche Ablagerungen stehen nicht irgendwo im Niemandsland. Dort gehen Menschen vorbei. Mit Einkaufstaschen, mit Rollator, mit Kinderwagen. Was achtlos hingestellt wird, ist für andere schnell ein Hindernis. Auch das gehört zur Wahrheit.
Man muss kein Ordnungsmensch aus Prinzip sein, um daran etwas falsch zu finden. Es reicht eigentlich schon der normale Blick auf die Sache. Ein alter Drucker gehört nicht neben den Papiercontainer. Farbreste auch nicht. Und wenn ein Altkleidercontainer voll ist, dann wird aus dem „Ich stelle das nur kurz daneben“ eben keine gute Tat, sondern meistens das nächste Problem.
Dabei wäre vieles vermeidbar. Elektrogeräte können korrekt abgegeben werden. Kleidung sollte nur dort landen, wo sie wirklich trocken und ordentlich angenommen wird. Und wenn ein Container voll ist, bleibt eigentlich nur die einfache, vernünftige Lösung: wieder mitnehmen und einen anderen Weg suchen. Das ist vielleicht unbequemer, aber immer noch besser, als den Ort für alle anderen unbenutzbar oder unansehnlich zu machen.
Gerade in einer Stadt wie Velten merkt man schnell, ob sich jemand kümmert oder ob Dinge einfach abgeladen werden. Solche Plätze erzählen leider oft mehr über den Umgang miteinander, als einem lieb sein kann. Umso wichtiger wäre es, dass man sie nicht einfach ihrem Schicksal überlässt.
Nachtrag vom 22. Juli 2025
Das Altpapier und die danebenstehenden Kartons wurden inzwischen von der AWU abgeholt. Das zeigt immerhin, dass an dieser Stelle verlässlich gearbeitet wird. Der Müll am Altkleidercontainer stand zu diesem Zeitpunkt allerdings noch immer dort, einschließlich Kleidung und Eimer mit Farbresten.
Und genau daran sieht man das Problem vielleicht am deutlichsten: Was ordentlich entsorgt wird, verschwindet. Was achtlos abgestellt wird, bleibt liegen – und macht den Ort für alle ein Stück trostloser.

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