Wer heute Nachmittag und Abend noch nichts vorhat, kann in Velten einmal hinter Türen schauen, die im Alltag meist geschlossen bleiben. Bei der Langen Nacht der Wirtschaft am heutigen Freitag, 25. September, öffnen zahlreiche Unternehmen ihre Tore und zeigen, was hinter ihren Werkshallen, Büros und Betriebshöfen eigentlich passiert.
Das klingt zunächst nach einer Veranstaltung für Schüler, Auszubildende oder Menschen auf Jobsuche. Tatsächlich lohnt sich der Besuch aber genauso für ältere Veltener. Viele der Unternehmen kennt man vom Vorbeifahren, einige gehören seit Jahrzehnten zur Stadt – aber wer weiß schon genau, was dort hergestellt, organisiert oder bewegt wird?
Und wer Kinder oder Enkel hat, die gerade über Ausbildung und Beruf nachdenken, kann die Gelegenheit gleich doppelt nutzen. Bei vielen Unternehmen lässt sich unkompliziert nachfragen, welche Ausbildungsberufe angeboten werden, ob Praktika möglich sind und welche Nachwuchskräfte gesucht werden. Vielleicht entdeckt man dabei sogar einen Beruf, von dem die Enkel bisher noch gar nichts gehört haben.
Bei der AWU gibt es mehr als Informationen zur Abfallwirtschaft
Ein Beispiel dafür ist die AWU Abfallwirtschafts-Union Oberhavel. Schon am Eingang weist ein großes Banner auf die Lange Nacht der Wirtschaft hin. Auf dem Gelände läuft Musik, Besucher kommen miteinander ins Gespräch und neben Informationen über das Unternehmen gibt es einiges zum Mitmachen.
An zwei Stationen warten unter anderem Memory, Glücksrad und weitere kleine Aktionen. Damit funktioniert der Besuch nicht nur als Informationsveranstaltung, sondern durchaus auch als kleiner gemeinsamer Ausflug mit Kindern oder Enkeln.
Auch für Verpflegung ist gesorgt. Ein Stück Kuchen kostet gerade einmal 1 Euro, ein Bier gibt es für 3,50 Euro, außerdem wird Bratwurst angeboten. Man kann also durchaus eine Weile bleiben, sich umsehen und in Ruhe mit den Mitarbeitern sprechen.
Gerade diese lockere Atmosphäre ist vielleicht das Interessanteste an der Veranstaltung. Niemand muss mit einer Bewerbung unter dem Arm erscheinen. Man kann einfach fragen: Was macht ihr eigentlich hier? Welche Berufe gibt es bei euch? Bildet ihr aus? Was sollte ein junger Mensch mitbringen, der sich bei euch bewirbt?
Vielleicht findet man heute den Ausbildungsplatz für den Enkel
Berufsorientierung findet schließlich nicht nur in der Schule statt. Eltern und Großeltern spielen bei der Berufswahl oft ebenfalls eine Rolle – manchmal schon deshalb, weil sie Unternehmen kennen, von denen Jugendliche noch nie gehört haben.
Bei der Langen Nacht der Wirtschaft kann daraus ein ganz konkreter Tipp werden: „Ich habe mir das heute einmal angesehen. Fahr da doch auch mal hin, das könnte etwas für dich sein.“
Das ist gerade in einer Stadt wie Velten interessant. Denn bevor junge Menschen automatisch Richtung Berlin schauen, lohnt es sich durchaus zu wissen, welche Arbeitgeber und Ausbildungsangebote es praktisch vor der eigenen Haustür gibt.
Einfach neugierig bleiben
Die teilnehmenden Unternehmen verteilen sich auf mehrere Bereiche in Velten. Zwischen verschiedenen Standorten gibt es einen Shuttle-Service, sodass man sich an einem Abend auch mehrere Betriebe ansehen kann. Das Programm in den Unternehmen läuft bis 21 Uhr.
Unser Tipp deshalb auch ausdrücklich an die ältere Generation: Nicht vom Begriff Wirtschaftsveranstaltung abschrecken lassen. Man muss weder einen neuen Arbeitsplatz suchen noch selbst eine Ausbildung beginnen. Die Lange Nacht ist genauso eine Gelegenheit, die eigene Stadt besser kennenzulernen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und einmal zu sehen, was in Velten eigentlich alles passiert.
Und vielleicht nimmt man neben einem Stück Kuchen, einer Runde am Glücksrad und ein paar neuen Eindrücken am Ende sogar noch einen guten Tipp für die Enkel mit nach Hause.