Viktoriastrasse Ein Blog aus der Mitte von Velten

Aus Velten

Mehr als Einkaufshilfe: Was Petra Krasemann bei ihrer Arbeit mit Senioren in Velten erlebt

Ein älterer Herr aus Velten freut sich jedes Mal, wenn Petra Krasemann ihn zum Einkaufen begleitet. Besonders schön findet er es, wenn er sich bei ihr einhaken kann und beide gemeinsam durch den Supermarkt schlendern. Und weil Petra in dieser Zeit nicht bei ihrer eigenen Familie sein kann, möchte er ihr anschließend immer eine Kleinigkeit für ihre Lieben mitgeben. Eine herzliche Geste, die viel darüber erzählt, was aus einer zunächst ganz gewöhnlichen Einkaufshilfe entstehen kann.

Als wir Petra Krasemann im April dieses Jahres auf unserer Webseite vorstellten, hatte sie ihre Tätigkeit als Lebenshelferin der SeniorenLebenshilfe gerade erst begonnen. Die Bärenklauerin wollte ältere Menschen in Velten und Oberkrämer unterstützen, ihnen Wege abnehmen, bei Arztbesuchen helfen und den Alltag ein wenig erleichtern. Inzwischen sind einige Monate vergangen. Wir haben nachgefragt, wie es ihr ergangen ist, und eine ausgesprochen begeisterte Antwort bekommen.

Mittlerweile betreut Petra Krasemann 13 Senioren im Alter zwischen 61 und 92 Jahren, darunter zwei Ehepaare. Auch zwei Menschen aus Velten nehmen ihre Unterstützung in Anspruch. Meist beginnt die Zusammenarbeit mit einem ganz konkreten Anliegen: Jemand braucht Hilfe beim Einkaufen, möchte zu einem Arzttermin begleitet werden oder kommt mit bestimmten Aufgaben im Haushalt nicht mehr so gut zurecht. Doch mit der Zeit entwickelt sich daraus häufig mehr. Man lernt sich kennen, baut Vertrauen auf und spricht irgendwann auch über Dinge, die beim ersten Treffen noch gar kein Thema waren.

So vereinbart Petra inzwischen für manche ihrer Senioren Termine, kümmert sich um Postangelegenheiten oder hilft bei alltäglichen Fragen. Und manchmal bleibt nach den Erledigungen einfach noch Zeit, gemeinsam Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen. Gerade diese Momente scheinen ihr besonders viel zu bedeuten.

„Ein sehr wertvoller Austausch, ehrlich gesagt auch für mich!“, schreibt sie uns. Denn die Gespräche sind keineswegs eine Einbahnstraße. Petra erfährt von ihren Senioren, bei welchen Ärzten sie sich gut behandelt fühlen, wo man vergleichsweise schnell einen Termin bekommt oder welche Lebensmittel in welchem Geschäft besonders günstig sind. Dieses Wissen kann sie wiederum an andere Menschen weitergeben. „Neben dem, was ich gebe, bekomme ich also unheimlich viel zurück“, fasst sie ihre Erfahrungen zusammen.

Einkaufshilfe und Arztbegleitung bleiben besonders gefragt

Dass solche persönlichen Beziehungen entstehen, ändert nichts daran, dass zunächst meist ganz praktische Unterstützung gebraucht wird. Am häufigsten wird Petra Krasemann nach wie vor für Einkäufe und die Begleitung zu Terminen angefragt. Dabei kann die Einkaufshilfe ganz unterschiedlich aussehen. Manche Senioren möchten selbst mitgehen, brauchen aber jemanden an ihrer Seite, der beim Tragen hilft und ihnen Sicherheit gibt. Andere lassen die Besorgungen lieber vollständig erledigen.

Die Einkaufsliste bekommt Petra dann handgeschrieben auf einem Zettel oder auch per WhatsApp. Mit dem Einkaufszettel und dem mitgegebenen Geld macht sie sich auf den Weg, bringt anschließend alles bis in die Küche und hilft auf Wunsch auch beim Einräumen. Was für jüngere Menschen nach einer alltäglichen Erledigung klingt, kann im Alter schließlich eine erhebliche Herausforderung werden. Besonders dann, wenn die Beine nicht mehr so wollen, schwere Taschen zum Problem werden oder der nächste Supermarkt ohne Auto kaum erreichbar ist.

Ähnlich verhält es sich mit Arztbesuchen. Wer nicht mehr selbst fahren kann oder sich auf längeren Wegen unsicher fühlt, braucht häufig mehr als einen Fahrdienst. Petra holt ihre Senioren zur vereinbarten Zeit ab, fährt mit ihnen zum Termin und begleitet sie auch vor Ort. Erst wenn alles erledigt ist, geht es wieder gemeinsam nach Hause. Gerade für Angehörige, die berufstätig sind oder weiter entfernt wohnen, kann eine solche Unterstützung eine spürbare Entlastung sein.

Doch Petra erzählt auch von Begegnungen, bei denen es längst nicht mehr um Einkäufe oder Arztbesuche geht. So darf sie eine Seniorin zum Adventskaffee begleiten, weil deren Familie möchte, dass die ältere Dame sich dort nicht so allein fühlt und gut aufgehoben ist. Petra freut sich schon auf diese gemeinsame Zeit. Es ist eines von vielen Beispielen dafür, dass manchmal nicht die erledigte Aufgabe das Wichtigste ist, sondern die Gesellschaft, die damit verbunden ist.

Inzwischen spricht sich ihre Tätigkeit auch in der Umgebung herum. In Oberkrämer steht sie unter anderem mit der Gemeindekümmerin Marion Ferl in Kontakt, die sich bei ihr meldet, wenn sie Familien kennenlernt, die Unterstützung benötigen. Auf diese Weise können Menschen auf Hilfsangebote aufmerksam werden, von denen sie vielleicht noch gar nichts wussten.

Was bei Petras Schilderungen besonders auffällt, ist ihre eigene Freude an der Tätigkeit. Sie berichtet nicht von spektakulären Ereignissen, sondern von kleinen Begegnungen, Gesprächen und Gesten, die ihr in Erinnerung geblieben sind. Von Menschen, die Hilfe annehmen, dabei aber selbst noch eine Menge zu geben haben. Und von einem Alltag, in dem zwischen Einkaufszetteln, Arztterminen und Kaffeetassen persönliche Verbindungen wachsen.

Für uns ist das ein schöner Einblick in eine Form der Seniorenhilfe, die im öffentlichen Gespräch manchmal etwas untergeht. Denn wenn es um Unterstützung im Alter geht, denken viele zunächst an Pflege, medizinische Versorgung oder einen Platz im Seniorenheim. Dabei beginnt der Bedarf oft viel früher, wenn jemand eigentlich noch gut zu Hause zurechtkommt, aber einzelne Dinge beschwerlich werden oder etwas Gesellschaft fehlt.

Wer in Velten oder Oberkrämer Unterstützung beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder im Haushalt sucht, kann sich direkt an Petra Krasemann wenden und ein unverbindliches Kennenlernen vereinbaren. Welche Hilfe möglich ist und welche Kosten damit verbunden sind, wird individuell besprochen.

Kontakt: Petra Krasemann, SeniorenLebenshilfe, Am Wiesenweg 7, 16727 Oberkrämer OT Bärenklau. Telefon: 0170 / 3256270, E-Mail: petra.krasemann@senleb.de. Weitere Informationen gibt es unter www.SeniorenLebenshilfe.de.

Wer mehr über ihre Leistungen erfahren möchte, findet auch unseren ersten Beitrag vom 10. April 2026: „Petra Krasemann stellt sich vor: Unterstützung im Alltag für Seniorinnen und Senioren“.

Hinweis des Seniorenbeirats Velten: Wir berichten über das Angebot und die Erfahrungen von Petra Krasemann, um auf Unterstützungsmöglichkeiten für ältere Menschen aufmerksam zu machen. Der Beitrag stellt keine Empfehlung oder Bewertung dar. Eine Beauftragung erfolgt auf eigene Entscheidung. Für Leistungen, Kosten und Vereinbarungen ist die Anbieterin selbst verantwortlich.

Lokale Perspektive

Mehr aus dem Leben vor Ort

Die Beiträge in der Viktoriastrasse schauen auf das, was Menschen in Velten begegnet, bewegt und verbindet. So entsteht Schritt für Schritt ein kleines lokales Magazin mit offenem Blick für den Alltag.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert